Lerntherapeut(in), Lernpädagoge(in)


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Ausbildung Nr. Siehe Ausbildungsbeschreibung (PDF-Datei)
Dauer 1- jährige Ausbildung in Intensivmodulen:
4 Wochen, jeweils Mo-Fr je 9-18 Uhr
bzw.
1- jährige Ausbildung berufsbegleitend:
10 Wochenenden, jeweils Sa+So je 9-18 Uhr

Umfang der Ausbildung: 260 Unterrichtseinheiten.
Termine siehe Ausbildungsbeschreibung (PDF-Datei)
Gebühr EUR 3.200,-, ermäßigt EUR 2.800,- (USt.-befreit)
(als Kosten für die berufl. Weiterbildung steuerlich absetzbar)
Voraussetzungen Einfühlungsvermögen, Freude am Umgang mit Kindern, Fähigkeit zur Selbstreflexion.
Zertifikat Der erfolgreiche Abschluss wird mit einem Zertifikat des DIL bescheinigt. Beide Titel sind auf dem Zertifikat ausgewiesen.
Die erworbene Qualifikation kann grundsätzlich bundesweit namentlich geführt und z. B. in selbstständiger Arbeit, eigener Praxis oder im Angestelltenverhältnis beruflich ausgeübt werden. Die in dieser Ausbildung enthaltene Zusatzqualifikation Autogenes Training für Kinder und Jugendliche entspricht inhaltlich den qualitativen Anforderungen der Krankenkassen bzw. der Kassenärztlichen Vereinigung. Somit werden die absolvierten Unterrichtseinheiten unter der Maßgabe einer Einzelfallprüfung bei bestehender Grundqualifikation von den Krankenkassen hinsichtlich des § 20 SGB V (Primärprävention) bzw. von der Kassenärztlichen Vereinigung hinsichtlich des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs im Bereich übender und suggestiver Techniken als spezifische Qualifikation grundsätzlich anerkannt.
Veranstaltungsorte   Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt (Main), Stuttgart, München.

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Hintergrund

Immer mehr Kinder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und zu lernen. Deutlich wird dies oft erst in der Schule, dennoch haben die Schwierigkeiten meist auch schon davor bestanden. Helfende Unterstützung für die betroffenen Kinder ist in jedem Alter möglich und sinnvoll.

Die Ursachen sind in der Regel nicht in mangelnder Begabung, Trotzverhalten oder Interesselosigkeit zu suchen. Daher führen rein verhaltensorientierte Trainings oder autoritäre Anleitung selten zum Erfolg.

Eine an den kindlichen Bedürfnissen und dem jeweiligen spezifischen Kontext orientierte Lerntherapie/Lernpädagogik muss daher auch die tiefer liegenden Ursachen berücksichtigen und vor allem die seelische Befindlichkeit des Kindes ernst nehmen und einbeziehen. Zum Beispiel ist einzugehen auf mögliche Selbstwertprobleme, Ängste (vor Versagen, Liebesverlust, der Zukunft ...), mangelnde körperliche Bewegung sowie auf die häusliche und die schulische Situation.

Gute lerntherapeutische/lernpädagogische Arbeit muss die genannten Aspekte integrieren und daraus immer neu einen individuellen und ganzheitlichen Behandlungsansatz entwickeln.



Ziel

Ziel dieser Ausbildung ist, den Teilnehmer(inne)n im Sinne der integrativen Lerntherapie eine Vielfalt therapeutischer Interventionsmöglichkeiten zu bieten, die aus einem Methodenrepertoire pädagogischpsychologischer Techniken in Kombination mit wissenschaftlich fundierten Entspannungsverfahren entstehen. 


Inhalt

Themenblock I – Lerntherapeutische und -pädagogische Grundlagen (130 UE)
Themenblock II – Kreatives Schreiben (32 UE)
Themenblock III – Lese- und Rechtschreib-Training (34 UE)
Themenblock IV – Autogenes Training für Kinder und Jugendliche (32 UE)
Themenblock V – Bewegungspädagogik für Kinder und Jugendliche (32 UE)


Themenblock I - Lerntherapeutische und -pädagogische Grundlagen

Hintergrundwissen
  • Grundlagen der Pädagogik
  • Anthropologische Prämissen (Bildsamkeit und Begabung)
  • Wirklichkeit als Lernwelt
  • Entwicklungspsychologische Aspekte des Lernen
  • Pädagogische Reflexion (Theorie-Praxis-Verhältnis)

Lernschwächen und Lernstörungen
  • Systematik der Lernschwächen und -störungen
  • Krankheitsbilder in der modernen Lerntherapie
    (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS, Handschriftenproblematik, Legasthenie und Lese- Rechtschreib-Schwäche LRS, Dyskalkulie - Zahlen und Rechenschwäche, Hyperkinetisches Syndrom ADHS, HDS u. a.)
  • Rolle der spezifischen auditiven Teilleistungs- und Verarbeitungsstörungen

Didaktik und Pädagogik
  • Arbeitsverhalten und Lernmotivation
  • Lerntheorie
  • Hören, Sehen, Spüren als Bestandteile des Lernprozesses
  • Bedeutung von Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit, Entspannung, Selbsteinschätzung, Angstreduktion
  • Integration von Strategien zum besseren Umgang mit Schwächen in Schule und Alltag
  • Erstellen eines spezifisch auf die Situation des Kindes abgestimmten Behandlungsplanes
  • Förderung des Selbstvertrauens und der Lern-Leistungsmotivation
  • Gruppenarbeit / -selektion
  • Aufbau und Gestaltung von Therapieeinzelsitzungen
  • Inhalte der Gruppen- und Einzeltherapie
  • Interdisziplinärer Ansatz – Zusammenarbeit zwischen Eltern, Pädagogen und Therapeuten

Interventionen
  • Interventionsformen
  • Differenzierungsleistungen erkennen und behandeln
  • Förderdiagnostische Vorgehensweise
  • Lerntechniken, Lernstrategien - das Lernen lernen
  • Lernstrategisches Know-how: Selbststeuerung und Regulation
  • Lerntypbestimmung
  • Lernumgebungsoptimierung
  • Sinnvoller Einsatz von Lernspielen
  • Kreatives Mind Mapping, Brain Gym
  • Therapieplan
  • Systemische Ansätze

Ergänzendes
  • Berufskunde/Berufsfeld (Beratung, Betreuung, Therapie)
  • Anwendung von Equipment/Multimediaeinsatz
  • Praxis-, Selbsterfahrung
  • Selbstverständnis und Haltung des Therapeuten
  • Grenzen der Lerntherapie und -pädagogik
  • Teilnehmerzentriertes Einzelcoaching
  • Supervision
  • Rollenspiel
  • Präventive Ansätze

Themenblock II - Kreatives Schreiben
  • Kreatives Schreiben: Begriff, Entwicklung und Geschichte
  • Zugänge zum Kreativen Schreiben
  • Kreatives Schreiben in der Lerntherapie-/pädagogik
  • Aspekte der Schreibförderung
  • Psychologische Aspekte des Kreativen Schreibens: kognitive und emotionale Zugänge
  • Kognitive und emotionale Schreibblockaden
  • Technik des Kreativen Schreibens: Themenfindung, Schreibstimuli, Schreibtechniken, Überarbeitungstechniken, Textdeutung, Kreativitätstechniken
  • Praktische Szenarien des Kreativen Schreibens
  • Emotionales Schreiben vs. kognitives Schreiben, formfreies Schreiben
  • Einbettung des Kreativen Schreibens in das lerntherapeutische Setting

Themenblock III - Lese- und Rechtschreibtrainer(in)
  • Entwicklungsstörungen im Lesen und Rechtschreiben
  • Wissenschaftliche Modelle und Befunde zum Schriftspracherwerb
  • Ursachen und Risikofaktoren, Symptomatik, Verlauf und Prognose der LRS
  • Wissenschaftliche Verfahren zur Behandlung der LRS, Indikation der Behandlungsverfahren
  • Funktionsprinzipien der deutschen Orthographie
  • Förderung der Rechtschreibfähigkeit im Wahrnehmungsbereich (z. B. Unterscheiden von klangähnlichen Lauten oder optisch ähnlichen Buchstaben etc.) und im Regelbereich (Betonung, Konsonantenverdoppelung, Dehnung etc.)
  • Förderung der Lesefähigkeit (Buchstabenkenntnis, Laut-Zeichen-Zuordnung, Silbengliederung, Inhaltserfassung u. a.)
  • Übungen zur Worterkennungsgeschwindigkeit und Leseflüssigkeit
  • Förderung der Phonologischen Bewusstheit (Wahrnehmung der Lautstruktur in gehörter Sprache)
  • Lautanalyse und -differenzierung
  • Übungen zum systematischen Einüben der Buchstabe-Laut-Beziehung
  • Übungen zum Aufbau eines Gedächtnisspeichers für Wortschreibungen
  • Rolle der Psyche des Kindes und psychische Begleitstörungen
  • Bedeutung von Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit, Entspannung, Selbsteinschätzung
  • Förderung der Lernvoraussetzungen
  • Arbeitsverhalten und Lernmotivation
  • Förderung des Selbstvertrauens und der Lern-Leistungsmotivation

Themenblock IV - Autogenes Training für Kinder und Jugendliche (Seminarleitung)
  • Potentialentwicklung der Kinder und Jugendlichen mittels wissenschaftlich fundierter Entspannungsverfahren
  • Grundlagen des Autogenen Trainings
  • Physiologische Hintergründe von Stress und Entspannung
  • Indikation und Einsatzgebiete des AT bei Kindern und Jugendlichen
  • Autogenes Training mit Kindern und Jugendlichen
  • die Situation von Kindern und Jugendlichen in der Gegenwart
  • Sehnsucht nach Innerlichkeit - pädagogischer Auftrag
  • Kind, Jugendlicher und Pädagoge im Wandel der Aufgaben
  • Motivation und Kommunikation
  • Rahmen, Aufbau, Ausschmückung und Durchführung der Entspannungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Symbole, Suggestionen, Formelhafte Vorsätze
  • Phantasiereisen, Atemmeditation, Bildmeditation
  • Hypnosystemischer Ansatz bei schulischen Problemen
  • Selbsterfahrung
  • Gruppendynamische Übungen
  • Erfahrungen aus der Praxis

Themenblock V - Bewegungspädagogik für Kinder und Jugendliche
  • Indikation und Einsatzgebiete der Bewegungspädagogik bei Kindern und Jugendlichen
  • Bewegungsmangel und Verhaltensauffälligkeiten
  • Bedeutung des Auslebens von Bewegungsbedürfnissen bei Kindern und Jugendlichen
  • Förderung des Sozialverhaltens durch Bewegung (Vertrauensaufbau, Kontaktaufnahme, Kooperations- und Regelfähigkeit)
  • Stärkung der Selbststeuerung/-kontrolle - Reaktionsspiele - Übungen zur Impulskontrolle
  • Förderung des individuellen Leistungsniveaus - Aufbau von Handlungskompetenzen
  • Körperwahrnehmung und Raumwahrnehmung, Sensorisches Training
  • Bedeutung von Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit
  • Potentialerforschung mittels Tanz- und Bewegungsimprovisation - szenisches Spiel
  • Erweiterung des Bewegungsspektrums und des Ausdrucks
  • Auditives Training - Stimme, Sprache und Bewegung
  • Alternative Entspannungsverfahren, z. B. Release-Technik
  • Anwendung von Equipment und Multimediaeinsatz
  • Bewegungstraining und Bewegungsmeditation und ihre Bedeutung für die Lerntherapie
  • Selbsterfahrung und gruppenpädagogische Gestaltung
  • Abschlusspräsentation einer Gruppenanleitung

Ausbildungstermine

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